Qualitatives Personalcontrolling

19 April 2018

Kennzahlen vermögen nur einen Teil der betrieblichen Realität und der Personalwirtschaft zu erfassen. Genauso wichtig sind die qualitativen Elemente. Es wird auch von weichen Faktoren oder Aspekten der Unternehmenskultur gesprochen. Beispiele solcher Faktoren:

  • Entwicklungsfähigkeit des Personals
  • Innovationskraft des Unternehmens
  • Qualität der Personalführung
  • Leistungsmotivation der Mitarbeitenden

Diese Faktoren sind nicht einfach zu messen, für das Unternehmen jedoch von enormer strategischer Bedeutung. Wer die Fähigkeiten hat, Entwicklungen und Marktchancen früh zu erkennen, ist in einem entscheidenden Vorteil. Mit diesen Fähigkeiten kann es einem Unternehmen gelingen, als erstes eine Innovation auf den Markt zu bringen oder einen Kostenvorteil zu realisieren, was zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil führt. Deshalb sollten auch in diesem Bereich Erfolgsmassstäbe und Massnahmen auf die Zielabweichungen definiert werden. Personalcontrolling ist deshalb nie nur quantitativ ausgerichtet (Kennzahlen, Statistiken), sondern umfasst auch kulturelle Merkmale, Werte und Befindlichkeiten.

Qualitative Aussagen lassen sich beispielsweise aus folgenden Instrumenten ableiten:

  • Personalbefragung
  • Austrittinterviews
  • Mitarbeitergespräch
  • Vorgesetztenbeurteilung

Die Personalbefragung ist eines der zentralen Elemente eines wirkungsvollen Personalcontrollings. Personalbefragungen sind Diagnoseinstrumente (Leistungsmotivation, Unternehmenskultur, Befindlichkeit, Anliegen der Mitarbeitenden) und dienen somit als Frühwarnsysteme. Dabei werden in der Regel alle Mitarbeitenden regelmässig befragt und die Ergebnisse im Rahmen des Personalcontrollingprozesses aufgearbeitet. Zentral ist bei jeder Personalbefragung, dass nicht nur befragt wird, sondern vor allem die Ergebnisse sorgfältig analysiert werden. Dabei gilt es, die Erkenntnisse aus der Befragung in Massnahmen umzusetzen und die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen periodisch zu überprüfen.

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