Sachdividende – eine alternative für die Gewinnausschüttung

10 Oktober 2018

Verfügt Ihre Gesellschaft über viel Eigenkapital aber kaum flüssige Mittel? Haben Sie sich in dem Fall schon einmal überlegt, anstelle von Barmittel eine Sachdividende auszuschütten? Gerade wenn Sie in Ihrer Gesellschaft über nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte in nicht-liquider Form verfügen, kann die Sachdividende eine interessante Alternative zur Gewinnausschüttung darstellen.

Was versteht man unter einer Sachdividende? Bei einer Sachdividende werden anstatt Barmittel, sonstige Vermögenswerte wie mobiles Anlagevermögen, immaterielle Werte, Forderungsrechte oder unter Umständen auch ganze Geschäftsbereiche mit Aktiven und Passiven ausgeschüttet. Dadurch können solche Vermögenswerte auf die Aktionäre übertragen werden, ohne dass man diese vorgängig in liquide Form bringen muss.

Wie es auch bei einer Bardividende notwendig ist, muss dafür vor allem ein entsprechender Bilanzgewinn oder hierfür gebildete Reserven vorhanden sein. Die Ausschüttung einer Sachdividende erfolgt grundsätzlich gemäss OR-Abschluss zum Buchwert. Es handelt sich also um eine Buchwertausschüttung.

Gibt es spezielle Anforderungen an den Dividendenantrag des Verwaltungsrates? Grundsätzlich erfolgt auch hier eine Offenlegung im Antrag des Verwaltungsrates über die Verwendung des Bilanzgewinns. Dabei sind Form, Inhalt und Bewertung des Vermögenswertes zu beschreiben (Beispiel: Ausschüttung einer Sachdividende in Form eines Fahrzeuges zum Buchwert von CHF 25’000). Liegt nun der tatsächliche Wert (Verkehrswert) über dem Buchwert, ist es empfehlenswert, dies im Antrag ohne zwingende Angabe des tatsächlichen Wertes offen zu legen (Beispielsweise mit dem Zusatz: der tatsächliche Wert des Fahrzeuges liegt über dem Buchwert).

Auch die Reservezuweisung unterscheidet sich nicht gross von der der Bardividende. Die erste Reservezuweisung basiert bekannter Weise auf dem ordentlichen Jahresgewinn. Zur Festlegung der zweiten Reservezuweisung dient der Buchwert der Sachdividende. Aus Gründen des Kapitalschutzes empfiehlt es sich aber, die Berechnung aufgrund der tatsächlichen Werte (Verkehrswerte) vorzunehmen.

Erfolgt eine gemischte Dividende (Sachdividende und Bardividende), sind, im Sinne der Gleichbehandlung der Aktionäre und deren Kapitalrechte, der Anteil der Bardividende dem effektiven Wert der Sachdividende anzupassen.

Wird die Dividende an eine juristische Person ausgeschüttet, so erfolgt die Ertragsbesteuerung bei dieser zum Verkehrswert. Bei der ausschüttenden Gesellschaft fallen auf der Differenz zwischen dem Verkehrswert und dem Buchwert der Dividende Gewinnsteuern an (steuerliche Aufrechnung). Erfolgt die Ausschüttung an eine Privatperson, so ist ebenfalls der Verkehrswert massgebend für das steuerbare Einkommen. In beiden Fällen kann die Verrechnungssteuer im Meldeverfahren abgewickelt werden. Es empfiehlt sich bei unklaren Verkehrswerten (Beteiligungen, Liegenschaften, etc.) vorgängig ein Ruling bei den Steuerbehörden über dessen Höhe einzuholen.

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