MWST-Problematik bei Praxisgemeinschaften im Bereich der Heil- und Pflegeberufe

26 März 2019

Die Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Arzt resp. im Bereich der Heil- und Pflegeberufe bedeutet für Personen, welche sich zu einer Praxisgemeinschaft zusammenschliessen nicht gleichzeitig, dass sie alle Leistungen an sich als nicht mehrwertsteuerpflichtig betrachten können. Die steuerrechtlichen Folgen in Bezug auf die Mehrwertsteuer sollten daher bei der Gründung einer Praxisgemeinschaft und insbesondere bei der Frage, in welcher Gesellschafts- bzw. Organisationsform die Kooperation erfolgen soll, berücksichtigt werden.

Seit Jahren nehmen in der Schweiz die Gemeinschaftspraxen von Hausärzten und anderen Heil- und Pflegeberufen zu. Die synergetischen Vorteile einer Gemeinschaftspraxis sind eindeutig. Räumlichkeiten können gemeinsam gemietet, verschiedene Gerätschaften gemeinschaftlich genutzt oder das Sekretariat praxisübergreifend geführt werden. Die Kosten werden anteilmässig unter den Ärzten aufgeteilt, während die Heilbehandlungen sowie die Medikamentenabgaben an die Patienten durch die Einzelunternehmungen der Ärzte in Rechnung gestellt werden.

Bei dieser Konstellation ist allerdings zu bedenken, dass dennoch die Voraussetzungen einer obligatorischen MWST-Pflicht erfüllt sein können. Denn bei einer Praxisgemeinschaft müssen nicht nur die Leistungen nach aussen an Dritte betrachtet werden, sondern auch die Verrechnungen der Praxisgemeinschaft an die beteiligten Ärzte. Die Praxisgemeinschaft erbringt demnach mit dem Medikamentenverkauf an die Ärzte steuerbare Leistungen, welche ab einem Jahresumsatz von CHF 100`000.00 steuerpflichtig sind (Art. 10 MWSTG). Infolgedessen werden zwar nicht die natürlichen Personen bzw. die Ärzte MWST-pflichtig, jedoch deren Praxisgemeinschaft.

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