Lehrvertrag – Wissenswertes im Überblick

26 Juni 2019

Der Lehrvertrag ist ein Einzelarbeitsvertrag; allerdings mit einigen Besonderheiten. Im OR ist der Lehrvertrag ab Art. 344 bis Art. 346a geregelt.
Durch den Lehrvertrag verpflichtet sich der Arbeitgeber die Lernenden für eine bestimmte Berufstätigkeit auszubilden. Im Gegenzug verpflichten sich die Lernenden die Arbeit im Dienst des Arbeitgebers zu leisten.

Gerne möchten wir Ihnen ein paar wichtige Eckdaten zum Lehrvertrag aufzeigen:

  • Der Lehrvertrag muss schriftlich abgefasst werden und in dreifacher Ausführung unterzeichnet an das Berufsbildungsamt eingesendet werden.
    Das Berufsbildungsamt wird den Lehrvertrag prüfen, allenfalls anpassen und genehmigen.  
  • Die Probezeit darf nicht weniger als einen Monat und nicht mehr als drei Monate betragen. Falls keine Probezeit vereinbart wird, gilt eine Probezeit von drei Monaten.
    Es ist möglich, die Probezeit bis auf sechs Monate zu verlängern. Dies setzt jedoch Einvernehmen zwischen beiden Parteien voraus und die Zustimmung des Berufsbildungsamtes.
  • Wird den Lernenden nach der Lehrzeit eine Weiterbeschäftigung angeboten, darf im Arbeitsvertrag keine Probezeit mehr vereinbart werden.
    Die Probezeit dient zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Beurteilung der Leistung. Während der Lehrzeit konnten diese zwei Punkte bereits abgeschlossen werden.
  • Den Lernenden ist bis zum vollendetem 20. Altersjahr für jedes Lehrjahr wenigstens fünf Wochen Ferien zu gewähren.
  • Die Lernenden haben auch während der Lehrzeit Anspruch auf ein Zwischenzeugnis.
    Am Ende der Lehrzeit ist den Lernenden ein Ausbildungszeugnis zu erstellen, wo die erlernte Berufstätigkeit und die Dauer der Berufslehre enthalten ist.
    Auf Wunsch der Lernenden ist das Zeugnis mit Leistung und Verhalten zu ergänzen.

Bitte beachten Sie zudem die Sonderschutzbestimmungen im Arbeitsgesetz ab Art. 29 bezüglich Allgemeine Vorschriften, Mindestalter, Fürsorgepflicht, Arbeits- und Ruhezeiten sowie die Verordnung 5 (Jugendarbeitsschutzverordnung ArGV 5).

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