Unfallversicherungsgesetz – besondere Beziehung zum Arbeitgeber?

26 Juni 2019

Wenn Sie in einer besonderen Beziehung zum Arbeitgeber stehen, arbeiten Sie allenfalls nicht immer zu dem Lohn, welchen Sie in einem anderen Betrieb verdienen würden. Um angemessene Versiche­rungsleistungen und Prämien sicherzustellen, muss bei der Unfallversicherung mindestens der berufs- und ortsübliche Lohn versichert werden – auch wenn die effektive Auszahlung tiefer ist.

Als berufs- und ortsüblicher Lohn ist der Verdienst massgebend, den die versicherte Person in einem anderen Betrieb bei gleicher Funktion, Leistung und Arbeitszeit erzielen könnte. Eine Möglichkeit, um den Lohn in einer bestimmten Branche, Region oder Funktion einfach herauszufinden, ist das Salarium der Schweizerischen Eidgenossenschaft: www.lohnrechner.bfs.admin.ch.

Ein berufs- und ortsüblicher Lohn ist zum Beispiel denkbar bei:

  • GmbH (Mitarbeitende Inhaber – quasi Betriebsinhaber)
  • Klein AG (Mitarbeitende Aktionäre – quasi Betriebsinhaber)
  • Genossenschaften (Mitarbeitende Genossenschafter – die eigentlichen Inhaber)
  • Einzelfirmen für die mitarbeitenden Familienmitglieder mit AHV-Lohn

Die gesetzliche Grundlage dazu finden Sie der Verordnung über die Unfallversicherung (Art. 22 Abs. 1 und Art. 22 Abs. 2 lit. c).

In der Praxis bedeutet dies, dass für die Berechnung der Unfallversicherungsprämien mindestens der berufs- und ortsübliche Lohn eingesetzt wird. Prämienfreie Drittleistungen wie Taggelder der Unfall-, Kranken-, Invaliden- und Militär-/ Mutterschafsversicherung können hierbei abgezogen werden. Und falls der effektiv ausbezahlte Lohn höher ist, als der berufs- und ortsübliche Lohn, so ist immer der effektive Lohn prämienpflichtig.

Auf diese Weise bezahlen Sie zwar mehr Prämien, Sie sind aber in einem Schadenfall auch mit dem höheren Lohn versichert und erhalten folglich höhere Versicherungsleistungen.

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