Früh- oder Teilpensionierung – Inputs zum BVG

28 August 2019

Die Pensionskasse und die AHV müssen nach der Pensionierung die Fortführung des gewohnten Lebensstandards sichern. Das BVG regelt die berufliche Vorsorge, die sogenannte 2. Säule. Die Arbeitnehmenden und Arbeitgeber äufnen während der Erwerbsphase, typischerweise zwischen Alter 25 und 65, gemeinsam und paritätisch das Sparkapital. Das angesparte BVG Kapital wird bei der Pensionierung entweder als Kapital, Rente oder eine Mischung der beiden bezogen. Die Rente wird dabei mittels aktuellem Umwandlungssatz vom angesparten Kapital aus berechnet.

BVG Rente bei Teilpensionierung und/oder vorzeitige Pensionierung

Viele Personen geben heute die Erwerbstätigkeit sukzessive auf und sie wollen in den letzten Jahren vor der Pensionierung weniger arbeiten. Das BVG sieht keine Pensionierung in Raten vor. Der Arbeitgeber kann die Bestimmungen in der Pensionskasse im BVG-Reglement jedoch entsprechend anpassen lassen.

Beispielsweise könnte das BVG-Reglement vorsehen, dass ein Arbeitnehmender, der nach Vollendung des 58. Altersjahres das Arbeitsverhältnis teilweise oder vollständig auflöst, Anspruch auf die entsprechend anteilsmässigen Altersleistungen hat. Die Altersrente wird aufgrund des im Zeitpunkt der vorzeitigen Pensionierung vorhandenen Sparguthabens nach der gleichen Methode berechnet wie die ordentliche Altersrente, wobei der Umwandlungssatz entsprechend dem (vorzeitigen) Rücktrittsalter reduziert wird.

Ein Teil-Altersrücktritt ist regelmässig an gewisse Voraussetzungen geknüpft und unterliegt insbesondere kantonalen Unterschieden in der steuerlichen Behandlung. Verlangt wird oft eine nachgewiesene Reduktion des Beschäftigungsgrades um mindestens 30 Prozent, verbunden mit einer Resterwerbstätigkeit von mindestens noch 30 Prozent und eine Auszahlung der Altersleistung in Kapitalform in höchstens zwei Tranchen.

Kein Anspruch auf einen Vorbezug von anteilsmässigen Altersleistungen besteht, wenn im Falle einer Lohn- bzw. Beschäftigungsreduktion um beispielsweise höchstens 50 Prozent nach vollendetem 58. Altersjahr die Vorsorge im bisherigen Umfang weitergeführt werden soll.

Option bei Lohn- bzw. Beschäftigungsgradreduktion ab Alter 58

Wollen Erwerbstätige in den letzten Jahren vor dem ordentlichen Rentenalter das Arbeitspensum verringern, jedoch die Vorsorge unverändert auf dem aktuellen Lohn belassen und keine Leistungsreduktion in Kauf nehmen, so kann der Arbeitgeber diesem Wunsch nachkommen. Mittels reglementarischer Ausgestaltung der Pensionskasse kann der Arbeitgeber mithelfen, dass der betreffende Mitarbeiter keine Leistungseinbussen bei der Altersvorsorge erfährt, ohne dass dadurch Kosten für das Unternehmen entstehen. Eine mögliche Formulierung im Pensionskassenreglement könnte wie folgt lauten:

«Bei einer Lohn- bzw. Beschäftigungsgradreduktion um höchstens 50 Prozent kann nach vollendetem 58. Altersjahr auf Verlangen des Versicherten die Vorsorge bis zum Erreichen des ordentlichen reglementarischen Rentenalters im bisherigen Umfang weitergeführt werden. Die Beiträge zur Weiterversicherung des bisherigen Verdienstes sind vom Versicherten zu tragen. Die Weiterführung der Vorsorge schliesst einen Anspruch auf den Vorbezug der Altersleistung im entsprechenden Umfang aus.»

Option Vorfinanzierung vorzeitige Pensionierung

Aus vorsorgetechnischer Sicht handelt es sich um die Ausfinanzierung der Zukunftslücke zwischen vorzeitiger Pensionierung und ordentlichem Pensionierungstermin. Wenn die Vorfinanzierung einer vorzeiten Pensionierung im BVG-Reglement vorgesehen ist, können Mitarbeitende, welche keine Beitragslücke mehr aufweisen und sich vorzeitig pensionieren wollen, darüber hinaus weitere Einkaufsbeträge leisten, um das Vorsorgekapital zu erhöhen. Maximal möglich ist der Einkauf in die vollen reglementarischen Leistungen per reglementarischem Schlussalter respektive ordentlichem Pensionierungstermin. Durch diese Option entstehen dem Arbeitgeber keine Kosten.

Für Personen, welche eine vorzeitige Pensionierung planen, ist das eine sehr attraktive Option, da die Einkaufsbeiträge in der Regel vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden können. Allerdings muss dann der Plan auch wirklich verfolgt und die Erwerbstätigkeit zum geplanten Zeitpunkt aufgegeben werden, andernfalls sind Leistungskürzungen möglich.

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